„SCHEENI MÜÜSIG!!!“ ... dachten einige junge Erstfelder, als sie sich Ende der Sechziger-Jahre und zu Beginn der Siebziger-Jahre jeweils während der Fasnacht - stets nach dem traditionellen Katzenmusiken - als Plauschgruppe formierten, um mit unkonventionellen Klängen eine Abwechslung zur Katzenmusik zu schaffen. Die stets gleichbleibende Melodie der Katzenmusik reichte den jungen Leuten nämlich nicht mehr aus, weshalb zu später Stunde in den Restaurants sowie den Strassen und Gassen Erstfelds plötzlich unüblich moderne Töne und Rhythmen aus verschiedensten Instrumenten zu vernehmen waren. Als man einige Jahre später, anno 1973, beschloss, es sei jetzt Zeit „Nägel mit Köpfen“ zu machen und allesamt bereit waren, mit der zusammengewürfelten Plauschgruppe einen statutarischen Verein zu gründen, war der Grundstein für die älteste Guggenmusik im Kanton Uri gelegt. Einen passenden und bezeichnenden Namen fand man für die neue Guggenmusik schnell - man „missbrauchte“ kurzerhand den Erstfelder Hausberg als Götti; die Kröntä-Guggä war nun definitiv aus der Taufe gehoben! Im Jahre 1974 - nach einigen wenigen musikalischen Proben - nahm die noch relativ „jungfräuliche“ Kröntä-Guggä erstmals mit bereits 25 Mitgliedern - jetzt ganz offiziell - an der Erstfelder Fasnacht und am grossen Umzug teil.

„NIT NORMAL!!!“ ... dachte sich wohl die verwunderte Urner Bevölkerung damals, als man aus dem Eisenbahnerdorf Erstfeld die einstudierten, Katzenmusik- und Dorfmusik-UNtypischen Klänge vernahm. Gab man doch anfänglich „diesem Lärm“ keinerlei Chance auf langjährigen, erfolgreichen Bestand. An die zur Katzenmusik sehr gegensätzlichen Klänge musste man sich erst gewöhnen. Bekannte, einprägsame Musikstücke sowie ein attraktives und abwechslungsreiches Repertoire verbunden mit mehreren eindrücklichen Showeinlagen, fanden aber schnell Gefallen bei Jung und Alt. Die anfänglichen Zweifel wurden sicht- und hörbar widerlegt und der Verwunderung folgte geradewegs grosse Freude und Sympathie. Auch die schönen, farbenprächtigen Verkleidungen und die geschminkten Gesichter wussten zu begeistern. Der „Kröntä-Sepp“, eine speziell für die Kröntä-Guggä entworfene Figur, zierte viele Jahre lang das Logo.

„VOM FIINSCHTÄ!!!“ ... und äusserst vielseitig ist das alljährliche Programm während der „fünften und schönsten Jahreszeit“. An jedem Auftritt im In- und Ausland, ob Umzug, Maskenball, Guggenparty, Kantonstour oder Platzkonzert: die Kröntä-Guggä ist stets mit voller Power und grösstem Einsatz dabei - sowohl musikalisch wie auch beim feiern bis in die frühen Morgenstunden. Selbstverständlich darf sich die Kröntä-Guggä auch visuell sehen lassen, denn prächtige Kleider, schön geschminkte Gesichter und passende Showeinlagen gehören auch heute noch dazu. Im Logo hat der „Kröntä-Sepp“ mittlerweile dem „Kröntä-Yeti“ Platz gemacht. Das traditionelle Galakonzert am Schmutzigen Donnerstag, der Maskenball „Fettigä Donschtig“, das

„Gugg-Uri“ sowie die eigenen Jubiläumspartys, welche wohl noch jeder und jedem Urner Fasnächtler/in in bester Erinnerung sein dürften, zählen zu den absoluten Höhepunkten eines Vereinsjahres. Begonnen wird ein Vereinsjahr im September mit den musikalischen Proben, welche jeweils samstags im Gemeindesaal des Stegmatt-Schulhauses stattfinden.

 

„HAIPTSACH NIT HEI!!!“ ... sagen sich jeweils die Mitglieder der Kröntä-Guggä, wenn sie zu Auftritten, Versammlungen, Proben oder sonstigen Aktivitäten zusammenkommen. Eines ist sicher: die Letzten finden stets erst bei Morgendämmerung den Heimweg. Die Kameradschaft wird ganzjährig aktiv gelebt und ist - früher wie heute - wunderbar. Neue Mitglieder sind gerne gesehen und werden mit offenen Armen empfangen. Nach einem intensiven Probejahr werden neue „Gschpändli“ von der GV in den Verein aufgenommen. In den vergangenen Jahrzehnten sind im Kanton Uri viele weitere Guggenmusiken entstanden, wovon einige wieder verschwunden, aber viele - wie die Kröntä-Guggä - noch sehr aktiv sind. Die Kröntä-Guggä ist sehr stolz, den Weg dafür massgeblich mitgestaltet und die Guggenmusik-Geschichte im Kanton Uri nachhaltig geprägt zu haben.

2011 - Michael Herger